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Wie können Manifestorinnen sinnbringend ihre Strategie leben? Ein Praxisbeispiel

Aktualisiert: 3. Apr. 2023

"Die Manifestorin in freier Wildbahn"

Für mich war die Entdeckung meines eigenen „Typs“ aus Human Design Sichtweise mehr als nur ein Einfaches „Aha“. Wie sollte es das auch sein? Schließlich bin ich eine Manifestorin, wie nur etwa 8-10 % aller Menschen.

Viele meiner mir bewussten Handlungsweisen werden in den Beschreibungen des Typs der Manifestorin aufgegriffen. Ich bin zum Beispiel total ungeduldig, wenn mir eine Idee im Kopf herumspukt. In Gedanken ist die Idee nämlich schon Realität und es ist für mich völlig unverständlich, warum nicht alle anderen um mich herum diese Idee mit mir feiern und direkt in die Umsetzung gehen. Dieses Zögern führt bei mir dann meistens zu Frust, aus dem heraus ich die Idee selbst umsetze, denn das kann ja ohnehin niemand so effizient und genau wie ich es selbst tue. Davon bin ich zumindest felsenfest überzeugt. Leider fehlt mir aber dann nach kurzer Zeit die Energie an allen Ecken und Enden. Dadurch kippt meine anfängliche Frustration in Wut:

  • Ich werde wütend auf mein Umfeld, dass mir nicht hilft und scheinbar den Wert meiner Idee nicht erkennt.

  • Wütend auf mich, dass ich nicht schneller vorankomme und nicht lange genug am Ball bleiben kann, um alles erfolgreich zu Ende zu bringen.

Diese Wut kann alles verzehrend sein, ich werde ungerecht zu anderen, hasse mich selbst dafür, dass ich nicht mehr Energie aufbringen kann und fühle mich dadurch schwach und möchte mich am liebsten in irgendein Loch verkriechen, um mir selbst und anderen mein Scheitern nicht eingestehen zu müssen.



Diese Geschichte begleitet mich von Kind auf an. Mal im Kleinen, mal im Großen. Mal in Beziehungen, mal im Job.

Das kann auch in scheinbar unbedeutenden Situationen vorkommen, zum Beispiel wenn ich eine wunderbare Idee für eine neue Wandgestaltung aus Altholz habe:

Natürlich hätte ich hier grundsätzlich gerne Hilfe, denn es ist einiges zu besorgen, um die Idee zu realisieren: Leim, Holz, Schrauben und allerlei Werkzeug. Außerdem muss die Wand vermessen werden und genau geplant werden, wie groß das Ganze am Ende sein soll. Leider ist meinem Partner nicht gleich klar, nachdem ich einfach nur unvermittelt sage, dass ich die Wand im Wohnzimmer verändern will, was ich jetzt mit altem Anzündholz auf einer Sperrholzplatte machen will. 😅 In meinem Kopf ist aber bereits alles fertig und ich habe keine große Lust ihn (gefühlt) um sein Einverständnis zu bitten, oder darauf zu warten, dass er irgendwann Zeit hat, mir zu helfen. Das wäre aus meiner Sicht aktuell nur Zeitverschwendung, wo ich doch bereits eine genaue Vorstellung von allem habe - die Idee will sofort in die Welt! So entsteht bei mir Frust (durch meine eigene Ungeduld) und eine leichte Wut kommt mit auf, da mein Partner nicht gleich Feuer und Flamme ist und umgehend mit mir loslegt.

Nachdem ich dann alles (so schnell wie möglich natürlich und das allein ist schon stressig genug) selbst besorgt, ausgemessen und vorbereitet habe, bin ich zwischenzeitlich noch ein Stück wütender geworden. Das war nämlich bereits alles anstrengender und zeitaufwändiger als gedacht, obwohl es nur die Vorbereitung war. Wobei mich das häufig dann erst recht befeuert, zu beweisen, dass ich alles alleine hinkriege, was ich mir in den Kopf setze und beweisen will, wie großartig die Ideen sind.

Also geht es weiter mit dem Projekt und ich klebe fleißig kleine Hölzchen Stück für Stück auf einen Untergrund, während mein Partner nicht versteht, warum ich nicht warten kann, bis er Zeit hat mir zu helfen und was überhaupt Anfeuer-Holz an der Wand verloren hat. Natürlich habe ich auch längst schon keine Lust mehr alles allein zu machen und Hilfe wäre wirklich super, aber inzwischen bin ich so wütend (dass ich nicht schneller vorankomme und mein Partner nicht einfach alles andere stehen und liegen lässt), dass ich jetzt erst recht nicht aufhören oder Pause machen will. Das wäre in meiner Welt ein Eingeständnis von Schwäche und das ist das Letzte, was eine Manifestorin sein will. Durch die schwindende Energie passieren mir allerdings Fehler, die mich zusätzlich Zeit und Nerven kosten.

Natürlich verlange ich mir alles ab, auch wenn ich am Ende hundemüde, mit meiner Kraft völlig am Ende bin und es nicht mehr schaffe, die fertige Installation final an die Wand zu bohren. Sie ist ohnehin viel zu schwer, um das allein zu schaffen.

Jetzt ist der Zeitpunkt, an dem ich mich wütend, enttäuscht und frustriert zurückziehe.

Ich muss warten, bis meine Wut verraucht ist und meine emotionale Welle sich gelegt hat, das weiß ich inzwischen.

Denn wütend sein kann ich besser als alle anderen und das ist weder für mich noch für mein Umfeld erstrebenswert. Immerhin das konnte ich bisher gut Händeln, auch ohne mein Human Design zu kennen.

Zwischenzeitlich hat mein Partner das Projekt neugierig betrachtet und nachdem ich aus meinem „Wut-Schneckenhaus“ herausgekrochen bin, nehme ich mir endlich die Zeit, ihn ausführlich zu informieren, was ich vorhabe und wie es an der Wand angebracht werden soll. Damit schaffe ich endlich die richtige Basis, damit mein Partner (Projektor) sich eingeladen fühlt anstatt ausgeschlossen. Denn bisher war das Ganze zu abstrakt für ihn und ich habe ihn nicht in das angestrebte Ergebnis mit einbezogen. Endlich können wir Hand in Hand arbeiten und nachdem die Installation ihren Platz an der Wand gefunden hat und die letzten Lücken mit kleinen Hölzern verschlossen sind, sind wir beide erstaunt und glücklich, was einfache Kommunikation bewirken kann.

Kommunikation verbindet, sie holt das Umfeld mit ins Boot und macht Ideen erst real.

Das ist ein einfaches Beispiel, mitten aus dem Alltag und eigentlich nichts Besonderes. Aber wenn du diesen Kreislauf wieder und wieder erlebst, zweifelst du irgendwann gezwungenermaßen an deinen Ideen. Denn innerlich besitzt du so viel Klarheit und doch triffst du im Außen auf unerwarteten Widerstand. Dabei bedeuten dir diese Ideen so viel, wo du doch so überzeugt von ihrem Mehrwert und Nutzen bist. Du stellst dich dadurch auch selbst in Frage: Was für ein Schwächling du bist, dass du nicht die Energie aufbringst, die Projekte zu Ende zu bringen und sie nicht mit Leichtigkeit umsetzen kannst. Wie wertlos du doch bist, wenn sich keiner für deine Ideen interessiert. Das nagt und verunsichert.


Hier sind wir dann bei der Strategie der Manifestorinnen: Das Informieren.

Wir sind die geborenen Impulsgeberinnen, Ideenfinderinnen und mutigen Wegbereiterinnen. Allerdings brauchen wir Unterstützung. Wir dürfen nicht als einsame Wölfe mutig voran gehen und dabei jeglichen Anschluss verlieren. Wir brauchen unser Rudel, dass mit all seinen Stärken und Potenzialen unsere Ideen weiterträgt. Wir brauchen die "Umsetzer", die voller Energie unsere Impulse weiterbringen, weil sie so wertvoll für die Gemeinschaft sind. Wir brauchen die "Optimierer", die unsere Ideen noch besser machen.

Wir dürfen uns dank des Zusammenhalts in einer guten Gemeinschaft zurückziehen und unsere Batterien aufladen, wenn unsere Energie vorübergehend erschöpft ist und wir eine Pause brauchen, um neue Impulse zu finden. In einer funktionierenden Gemeinschaft muss man nicht ununterbrochen präsent sein.

Jedes Mitglied erfüllt in einer gesunden Gemeinschaft seine natürliche Aufgabe und darf seiner Energie entsprechend handeln und leben.

Wir Manifestorinnen dürfen lernen, unsere Gemeinschaft, die uns begleitet, zu informieren. Wir dürfen klar kommunizieren, wenn wir gute Ideen haben und dadurch andere mit auf unsere Reise nehmen. Wir dürfen auch anderen aufzeigen, wo entlang die Wege führen, die sie an ihr Ziel bringen. Gehen dürfen sie sie allerdings selbst. Wichtig ist, dass wir unsere Gedanken teilen, dass wir unseren Antrieb mitteilen und andere nicht ausschließen, sondern teilhaben lassen. Wie verschwendet wäre unsere wunderbare Energie, wenn wir sie wütend in uns hineinfressen!

 

Ich übe mich inzwischen bewusst darin, meinem Umfeld möglichst oft mitzuteilen, was in mir vorgeht, wenn es etwas wichtiges ist. Ich frage dadurch nicht um Erlaubnis, denn das würde mir wiederum ein Gefühl von Kontrollverlust vermitteln, was undenkbar ist für eine Manifestorin und mich in alte Konditionierungen zurückdrängen würde. Sondern ich mache mir bewusst, dass ich andere durch diese klare Kommunikation empowern kann - sie mit meiner Energie anstecken. Ich weiß, dass ich dadurch dafür sorgen kann, dass mein Umfeld mich versteht und wir eine immer stärkere Gemeinschaft werden. Für mich ist klar: So entsteht überhaupt erst die Möglichkeit verstanden und angenommen zu werden.


Nutze deine Kraft, die du als Manifestorin in dir trägst und lass sie strahlen, indem du anderen mitteilst, was in dir vorgeht.

Meine geliebte Holzwand, die du auf dem Foto im Hintergrund siehst, ziert übrigens immer noch unseren Essbereich und mein Mann zeigt stolz das selbst gebaute Unikat allen Besuchern. Das bedeutet für mich echte Wertschätzung und lässt mein Manifestorinnen-Herz jedes Mal höherschlagen. So funktioniert Miteinander.




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