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Das Gefühl im Emotionszentrum



Hoch tief. Hell dunkel. Weit eng. Laut leise. Freude Trauer.

Alles liegt nur einen Atemhauch voneinander entfernt. Kaum tauchst du auf, flüstert dir das Emotionszentrum liebevoll ins Ohr: „Die nächste Welle kommt mein Liebling, sei bereit und gib dich hin!“ Und dir bleibt nur, zu atmen. Tief, bis in den Bauch hinein. Weich zu werden. Anzunehmen, zu fühlen. Bis in die letzte Zelle deines Körpers. In der Zuversicht, dass nach jedem Regen die Sonne wieder aufblitzt und dich wärmt. In dem Wissen, dass du nach jedem Sturm stärker bist als zuvor und jede Welle ein Stück deines Panzers hinwegspült, wenn du bereit bist, dich zu öffnen und hinzugeben. Denn manchmal braucht es erst Dunkelheit, um das Licht wieder sehen zu können.

Emotionale Wellen sind nie leicht. Sie fordern dich heraus. Alles zu geben. Das Leben in allen Facetten zu erfahren und vor allen Dingen: zu FÜHLEN. Dein Emotionszentrum macht dich in einem Moment zur wilden Kriegerin und im nächsten anlehnungsbedürftig und verletzlich. Es macht dich zart und hart zur gleichen Zeit, denn da ist soviel Potenzial, so viel Gefühl, so viel Erfahrung, so viel Leidenschaft, so viel von allem und davon noch mehr.

Kämpfst du dagegen an, wie gegen Windmühlen? Oder traust du dich, hinzusehen und alles zu entfalten was in dir ist? Dein Leben zu erfahren?


Das Leben ist immer für dich, genau wie die Wellen im Emotionszentrum. Es ist ein auf und ab zwischen Euphorie und Lektion. Freud und Leid sind hier zu Hause und alles darf sein. So kannst du alles sein. Ganz unabhängig ob definiert oder nicht. Gibt es doch so viele Einflüsse um uns und im Universum, die das Emotionszentrum zu so vielem mehr machen, als wir im Stande sind zu verstehen. Denn hier gibt es analytisch nichts zu greifen. Hier gibt es keinen Vergleich. Hier gibt es nicht die eine allgemeingültige Wahrheit. Es gibt nur dich und alles, was dein Leben dich spüren lassen möchte. Die Gänsehaut, die vom Scheitel über dich hinabrieselt, deine Arme umhüllt, um in deinem Bauch Schmetterlinge fliegen zu lassen. Das enge Gefühl im Hals, von dem du glaubst es wird jedes deiner Worte für die Ewigkeit verschlucken. Die Tränen, die dein Herz reinwaschen wollen. Die Ruhe, die dich in einer dunklen Umarmung auffängt. Das Lachen, dass sich unaufhaltsam seinen Weg in deine Seele bahnt. Liebe, Leichtigkeit, Melancholie, Schwere. Es gibt Momente, die möchte man für die Ewigkeit festhalten und es gibt Momente, die scheinbar nicht enden wollen. Und alles ist gut. Denn sie machen dich zu dem was du bist:

DU.

Gib dich hin und erlaube jedem Gefühl, dass sich zeigt, da zu sein. Erlaube dir, die Leere zuzulassen, die dich ausfüllt, wenn alles zu viel ist. Fühle dich ein in das, was das Leben von dir einfordert. Alles hat seine Zeit und es ist an dir, dein Leben in vollen Zügen zu genießen. Dazu gehören die Schattenseiten genauso wie die Leichtigkeit. Denn dein Leben ist so viel mehr als an der Oberfläche zu sehen ist.


Manchmal ist es der Schmerz, der dich aufsprengt. Der dich wach rüttelt. Du fühlst dich roh, wund. Aufgescheuert. Manchmal braucht es genau das. Die dunkle Sanftheit. Die dich wie ein dämpfender, dunkler Schleier hinab zieht. Fort vom gewohnten Leben. Dir den Atem nimmt. Zerfrisst was war und an dir rüttelt. Was fort ist kommt so nicht wieder. Er schreit dich an: „Was tust du? Warum lebst du nicht? Wohin bist du verschwunden?“ Doch wie lebt man? Öffne die Arme und lass dich tragen, durch jedes Gefühl und durch alle Höhen und Tiefen. Straßen gehen auf und ab, sie sind kurvenreich und manchmal enden sie in einer Sackgasse. Doch du hast die Macht, deinen Kurs jeden Tag aufs Neue zu bestimmen. Deine Segel anders zu setzen und einen Gang höher zu schalten. Mach Pausen, wenn dir danach ist und fahre, wenn dir die Aussicht besser gefällt, die extra Kilometer! Und wenn du dich fragst, wo du irgendwann falsch abgebogen bist, fahre nicht zurück. Die Strecke die hinter dir liegt ist dein Erfahrungsschatz, der dir auf dem Weg, der vor dir liegt, ein Kompass sein wird. Es ist deine Reise und du bestimmst, wie du sie gestaltest.


Offen – geschlossen. Definiert – formbar. Geben – Nehmen. Senden – empfangen. Intensiv – leise. Wie fühlst du dich heute? Alle unsere Anlagen zeichnen ein Bild, dass uns ausmacht. Dass zeigt, wie wir sind. Dass skizziert, wie wir sein können. Erlaubst du dir zu sein? In deiner Energie? Traust du dich dein Leben leicht zu nehmen? Es ist längst nicht so ernst, wie es scheint, denn alles ist in stetiger Veränderung. Auf die Ungewissheit ist Verlass und Unsicherheit darf dein Weckruf sein. Tanze im Regen, wenn alles trüb und grau scheint. Laufe barfuß, wenn deine Schuhe zu eng sind. Tanze durch die Phasen, von den Tiefen in die Höhen und von den Höhen durch die tiefen Schluchten. Es ist immer nur der Schritt, den du in diesem Augenblick gehst. Also gehe in mit ganzem Herzen. Mit all deiner Liebe, mit jeder Hoffnung und allem Glauben der dich begleiten soll. Wer weiß schon, was nach dem nächsten Atemzug geschieht. Dein Leben ist bereit, wenn du es bist. In jedem Moment. Deine Anlagen bist du, aber da ist nichts, was du nicht sein kannst. Sei da, sei dir nah und tauche durch alles hindurch, was du nicht kontrollieren kannst, denn dein Herz ist beständig und trägt dich durch all das, was du bist.



with love

Jessica


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